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Erster Tag
Di 10 Februar 2009

Sonja war eine attraktive Frau in den besten Jahren, zweiunddreißig um genau zu sein, schlank, 1,70 Meter groß und kleidete sich sportlich modern. Durch die peppige Kurzhaarfrisur umrahmten die braunen Haare perfekt ihr hübsches Gesicht. Die blauen Augen strahlten über einer süßen Stupsnase fröhlich in die Welt.  Sie war Reporterin bei der Stadtzeitung, einem kleinen Blatt in Hannover. Hier war sie zuständig für lokales, Stadtteilgeschichten, runde Geburtstage, Feste und Feiern, Eröffnungen von Kunstausstellungen, Künstlerportraits, Kleinkram also. Kein Stoff, der irgendwann einen Pulitzerpreis einbringen würde, aber sie strebte da nicht nach höherem wie einige ihrer Kollegen, sondern war mit ihrem Aufgabenbereich zufrieden.

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Geschrieben von Dietmar Nönneke am 31. März 2012 | Abgelegt unter Geschichten des Lebens | Keine Kommentare

Autor

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Liebe ist wie ein wundervolles Essen, ein gehaltvoller, wohlschmeckender Wein, 
ein spannendes, unterhaltsames Buch, ein wahnsinniger Film
oder ein Lied, dass Dir die Tränen in die Augen bringt.

Und diese Glücksmomente begegnen Dir jeden Tag aufs neue.
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Ein Drache erzählt

Drubenheart war alt, selbst für die Mitglieder seine Gattung war er ein alter Knochen. Zugegeben gab es  nur noch wenige.  Achthundertzweiunddreißig Jahre nach der Menschen Rechnung hatte er bereits gesehen, viele davon waren für beide prächtig, zusammen hatten Menschen und Drachen viel erreicht, geschafft und zufrieden nebeneinander gelebt. Man hatte sich unterstützt, so gut es ging, in Gefahrensituationen geholfen und trotz der beachtlichen Unterschiede der Körpergröße war das Zusammenleben der zwei völlig unterschiedlichen Arten ein sehr harmonisches gewesen. Die Alten halfen den Alten, die Jungen spielten miteinander. Wobei jeder bedenken musste, jung bei der Gattung Mensch ging bei ihrer Zählweise bis zum zehnten Lebensjahr, bei den Draflüglern, von den Menschen Drachen oder Lindwürmer genannt, waren das durchaus zehn Mal so viele Tage. Das hieß, sie hatten viele Spielkameraden, aber auch viele Freunde, wenn ehemalige Gefährten in der Jugend der Menschen zu Erwachsenen heranwuchsen. Durch diese eigenartige Begebenheit, durch Mutter Natur geschaffen, war eine Freundschaft beider Rassen auf lange Zeit einfach da, ohne dass sie hinterfragt wurde.

Ihre Kämpfe waren bis zu den Tagen immer nur nette Geplänkel zwischen den beiden so unterschiedlichen Geschlechtern. Immer hatten die Draflügler ihre Nüstern vorn, aber es sollte ja auch nur ein großer Spaß sein, nie war ein ernster Kampf geplant. Warum auch, beide Völker waren ja gute Freunde.

Dann, vor 600 Jahren, ist etwas Eigenartiges geschehen. Drubenheart war noch ein Jungspund, als plötzlich immer weniger Drachenkinder geboren wurden. Die Menschen waren genauso ratlos wie die Draflügler. Die Lindwürmer wurden immer trauriger. Alte starben und die jungen wurden älter, das war der Lauf der Welt, aber ohne Kinder wurden sie immer weniger. Die jungen Menschen hatten keine Drachenkinder mehr zum Spielen und die alte Vertrautheit zwischen den zwei Arten verschwand nach und nach. An ihre Stelle trat Misstrauen gegenüber den riesigen Geschöpfen, die immer wieder die Pfade der Menschen kreuzten.
Die Draflügler zogen sich immer mehr aus der Gesellschaft der Menschen zurück. Eine Zeit lang wurden sie noch von den älteren und Alten in Ihren Höhlen besucht. In sie hatten die meisten Lindwürmer sich vor Trauen und Schmerz zurückgezogen. Es wurden Geschichten aus den glorreichen Tagen der engen Freundschaft der zwei Völker erzählt und man schwelgte in Erinnerungen.

In den Dörfern und Burgen der Menschen ging die Erinnerung an das friedliche Zusammenleben zwischen Lindwürmern und Menschen immer mehr verloren.  Die großen geflügelten Gestalten wurden mit vielen Mythen belegt, das Feuerspeien zum Beispiel hatte es nie gegeben.
Die alten Geschichten wurden ausgeschmückt mit fantasievollen Darstellungen von Kämpfen, welche nicht stattgefunden hatten und solche Erzählungen schürten die Angst vor dem inzwischen Unbekannten. Die Alten, die sich noch erinnerten, wurden belächelt, wenn sie von Festen und Spielen mit den Lindwürmern schwärmten.

Die jungen, aufstrebenden, Recken hatten ein neues Spiel, tötet den Drachen. Dabei machten sie sich Mut und Anerkennung fand der Gewinner. Siegfried, von den Menschen in Geschichten als „Drachentöter“ gerühmt, war so ein Genosse, der auszog, um Ruhm zu erwerben, weil er von allen Freunden ausgelacht wurde. Irgendwann hatte er einmal den Gedanken gefunden, er würde Anerkennung erlangen, wenn es ihm gelänge, einen von den im Kampf unbesiegbaren doch zu besiegen. So machte er sich auf die Suche nach dem Versteck eines Lindwurms.

Er hätte Fafnir nie im Kampf besiegen können. Eine Katastrophe kam ihm gegen den jungen Draflügler zur Hilfe. Gerade als er lauthals brüllend mit erhobenem Schwert versuchte, die Höhle des vermeintlichen Opfers zu erstürmen, begann die Erde zu beben. Fafnir, der sich auf einer Ebene oberhalb des Eingangs befand, wurde ebenso vom Erzittern des Bodens überrascht, wie der voranstürmende Siegfried. Siegfried unten, die Arme zum Schutz gegen den einsetzenden Geröllregen erhoben, das Schwert gen Himmel gestreckt, Fafnir über ihm, plötzlich von einem herabfallenden Gesteinsbrocken in der Flanke getroffen und den schmalen Grat hinuntergedrückt. Er fiel genau in das aufgerichtete Schwert und begrub Siegfried unter sich. Sein Blut floss über den fast zu Tode gedrückten Körper des ungestümen Angreifers und die in ihm enthaltenen Inhaltsstoffe taten ihre Pflicht. Der im Sterben liegende Mensch wurde durch das Blut des Drachen erweckt, er bekam ungeahnte Kräfte übermittelt und nach einer Zeit der Regeneration kämpfte sich Siegfried unter dem toten Körper des Draflüglers hervor. Hinterher erzählte er stolz, er hätte im Blut des Drachen gebadet. Auch der wunde Punkt im Rücken, in der Sage ein Blatt, das sich beim Baden auf seinem Rücken befand, war nichts anderes, als der Abdruck von Teilen seiner Waffe, die durch den Druck, den der Körper über ihm ausgeübt hatte, einfach verhinderte, dass Drachenblut diese Hautpartien benetzten konnte.

Geschrieben von Dietmar Nönneke am 15. Mai 2012 | Abgelegt unter Träumereien | Kommentare deaktiviert

Lebe jetzt

Die Vergangenheit, wir wissen was geschehen ist, wir können nichts mehr ändern, wir sind den Weg gegangen, war er gut oder schlecht. Es ist geschehen und nichts lässt sich ändern. Lassen wir sie ruhen.

Die Zukunft, niemand weiß, was geschehen wird. Träume sind erlaubt, aber wir sollten daran denken, dass sie platzen können, wie Seifenblasen.

Das Heute, der wichtigste Moment, hier sollten wir dafür sorgen, dass wir glücklich sind, dass wir Wege gehen, die uns zufrieden machen im Jetzt. Alles liegt in diesem einen Moment, der nie wieder kehren wird. Wir sollten ihn so leben, dass er für uns zu einem Moment der Zufriedenheit wird.

Geschrieben von Dietmar Nönneke am 19. Juli 2011 | Abgelegt unter Träumereien | 2 Kommentare

Begegnung

Es war schade, dass du mich beim vorübergehen nicht gesehen hast,
es wäre traurig, wenn du mich nicht hättest sehen wollen,
es wäre schrecklich, wenn du mich ignoriert hättest,
es war wunderschön, dein Lächeln zu sehen, als ich dich ansprach.

Gedanken, Ideen und Ängste, die mir durch den Kopf gehen,
nur weil eine Begegnung nicht so abläuft, wie ich es mir wünsche.
Die Angst, etwas falsch zu machen, wenn ich versuche,
meine Wünsche zu leben.

Ist dieses Gefühl nicht des öfteren in jedem von uns?
Wir stehen in einer Situation und versuchen sie zu interpretieren, Und  nicht gerade selten macht uns dabei unsere Fantasie einen Strich durch die Wirklichkeit.

Das Leben ist zu kurz, um es durch die Verrücktheiten unserer Gedankengänge zusätzlich zu erschweren.  So oder so, wie die Wirklichkeit auch aussieht, wir können sie nur selten ändern. Sie zu akzeptieren und offen ohne diese in Gedanken entstandenen Vorurteile einfach damit umzugehen, an das Gute zu glauben, bis das es durch Tatsachen anders dargestellt wird, bedeutet nicht, alles positiv zu sehen, es bedeutet nur, sich das Positive nicht selbst durch negative Gedanken kaputt zu machen.

Geschrieben von Dietmar Nönneke am 23. Mai 2011 | Abgelegt unter Träumereien | 4 Kommentare

David und das Pfauenauge

David rannte durch den strahlenden Sonnenschein über die Wiese in Richtung Bach. Mit seinen sechs Jahren wusste er schon ganz genau, was er wollte. Unten zu den Weiden, wo die Brennnesseln standen. Hier gab es immer was zu bestaunen, besonders die bunten Schmetterlinge hatten es ihm angetan. Ihre flatternden Bewegungen im Licht erinnerten ihn an die Zauberwesen aus den Abendgeschichten, die ihm seine Mutter vorlas, wenn er sie darum bat. Feen, die im Garten bei den Blumen wohnten und die Menschen verzauberten. Mit einen Blitzen in den Augen lief er auf die Büsche am Bachufer zu, die bunten Farben der Falter schon in seinem Blick. Leicht aus der Puste blieb er stehen und betrachtete verzückt die Farbenvielfalt. Vorsichtig streckte er die Hand aus um sie nicht zu verschrecken. Er durfte sie nicht berühren, dass wusste er. Sonst würden die Farben wie Puder auf seinen Fingern bleiben und die verzauberten Wesen nicht mehr fliegen können. Mit Hingabe betrachtete er das öffnen und schließen der Flügel. Welch ein Bild. Er nahm die Zeichnung der Flügel eines Tagpfauenauges tief in sich auf.
>>David, kommst Du? Das Essen steht schon auf dem Tisch!<< hörte er seine Mutter von der Terrasse rufen. Er betrachtete noch einmal fasziniert die Muster und Farben und trottete dann brav zurück >>
Mama, Mama, ich brauche einen Block und meine Buntstifte,<< kam es wie von selbst aus seinem Mund. 
>>Jetzt wird erst einmal gegessen. Gehst du dir noch schnell die Hände waschen?<<
>>Was gibt’s den?<< fragte er auf dem Weg zum Waschbecken, das Bild der Flügel immer noch vor Augen. Beide Hände drehend und zur Mutter gestreckt kam er zurück auf die Terrasse. >>Gut so?<< fragte er.
>>Sieht sauber aus<<, meinte sie lächelnd. >>Es gibt Fischstäbchen und Kartoffelbrei, dein Lieblingsessen.<< Sie füllte ihre Teller und setzte sich ihm gegenüber. >>Guten Appetit<< sagte sie und begann zu essen.
Auch David ließ es sich schmecken… >>Mama, ich habe alle aufgegessen, bekomme ich jetzt meine Zeichensachen<<? Um das richtig zu zeigen nahm er den Teller und leckte ihn ab. >>Siehst du, braucht nicht mehr abgewaschen zu werden<<.
>>Wenn du mir noch beim Abräumen hilfst, hole ich dir alles raus<<, meinte sie mit einem Lachen in der Stimme.
Dann saß er endlich vor dem Bogen Papier, die Stifte auf dem Tisch verteilt. Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck, die Zungenspitze im Mundwinkel, zeichnete er seinen Schmetterling.
>>Hallo Herr Thorn, was haben sie beim Entwurf dieses Werkes empfunden<<?Langsam kam er in die Wirklichkeit zurück. Prüfend ließ er den Blick über seine ausgestellten Bilder schweifen. >>Den Flügelschlag einens Schmetterlings!<< meinte er immer noch in Gedanken, seine Zungenspitze war wieder zwischen seinen Lippen zu sehen. Wehmütig dachte er an die Zeit seiner Kindheit zurück.

Geschrieben von Dietmar Nönneke am 22. Mai 2011 | Abgelegt unter Träumereien | Ein Kommentar

Schrecklicher Tag!

Endlich Feierabend! Ich bin auf dem Weg zu einem Geburtstag und fahre eine neue Strecke. Mitten durch die Stadt, puhh. Die Strasse kenne ich, bald bin ich am Ziel. Schon wieder eine rote Ampel. Ah, der Schnellweg, da müsste ich  links drauf, nur wie. Der Wagen links neben mir fährt los und irgendwie setzt bei mir der Herdentrieb ein. Einkuppeln, Gas geben, verdammt. Aus den Augenwinkeln sehe ich einen  grünen Linksabbieger Pfeil. Ich ahne Unheil, rechts ist noch rot. Der Weg vom Hirn in den rechten Fuß ist nicht weit, auf die Bremse, sofort…  Aber scheinbar doch zu weit, der Blick  nach vorn und da blitzt es auch schon, einmal, zwei mal. — Den Rückwärtsgang rein und zurück auf Start. Blitz, Blitz. Noch zwei Passfotos fürs Familienalbum. Sch.. in 35 Jahren hinter dem Steuer ist es jetzt doch zum ersten Mal geschehen. Der Tag ist gelaufen. Im Wagen neben mir grinst der Fahrer mich an. Lach Du mal, denke ich mir und fahre los. jetzt zeigt die Ampel auch für mich grün.

Geschrieben von Dietmar Nönneke am 22. Mai 2011 | Abgelegt unter Geschichten des Lebens | 3 Kommentare